Jetzt hast Du einen Einblick in die harte Realität bekommen, der asiatische Elektronikarbeiter täglich ausgesetzt sind. Nun stellt sich die Frage, was die Unternehmen angesichts dieser Bedingungen tun? Und was können die Arbeiter tun, um ihre Situation zu verbessern? In manchen Ländern können sie Gewerkschaften gründen, die dann mit der Unternehmensleitung bessere Bedingungen aushandeln oder Proteste organisieren können. In China sind jedoch unabhängige Gewerkschaften verboten. Deshalb müssen die Arbeiter andere Wege suchen.
Im August 2007 sind 18.000 Arbeiter von zwei Fabriken in Südchina in den Streik getreten. Diese beiden Firmen stellen Ladegeräte für Handys her, u.a. für Nokia, Motorola, LG und Samsung. Lies hier zunächst, welche Forderungen die Arbeiter aufgestellt haben:
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An die Unternehmensleitung
Seit Ende 2006 versucht das Management mit verschiedenen Methoden, unser Gehalt zu kürzen. Wir haben festgestellt, dass unsere Löhne um fast 50% gegenüber denen des letzten Jahres gesunken sind. Unsere Arbeitsbelastung hat sich aber in dieser Zeit verdoppelt. Die Preise für Güter des täglichen Bedarfs haben sich ebenfalls verdoppelt. Wir Wanderarbeiter haben als oberstes Ziel, unsere Lebensbedingungen zu verbessern. Unser Unternehmen sagt uns schon seit längerem, dass es eine Lohnerhöhung geben wird, aber unsere Löhne werden immer geringer. Wir fühlen uns betrogen und werden gezwungen, am Rande der Gesellschaft zu Leben.
Wir wollen überleben und unsere Lebensbedingungen müssen besser werden! Wir werden diese Ausbeutung nicht weiter erdulden! Wir sind keine schweigenden Lämmer! Lasst uns laut protestieren! Wir stellen angemessene Forderungen:
Dringend fordern wir unser Unternehmen auf:
1. Die aktuellen Löhne müssen angepasst werden. Wir kennen die aktuelle Lohnstruktur auf dem Markt. Wir fordern monatliche Löhne für Arbeiter von mindestens 1500 Yuan, Arbeiter der Lohngruppe 2 sollen mindestens 2000 Yuan bekommen, Arbeiter der Lohngruppe 3 mindestens 2500 Yuan und Arbeiter der Lohngruppe 4 mindestens 3000 Yuan. Zuschüsse sind unabhängig davon zu berechnen.
2. Die Zuschüsse für das auswärtige Essen müssen erhöht werden, denn die Preise für unsere Unterkünfte und die Lebenshaltungskosten haben sich verdoppelt. Unsere Zuschüsse entsprechen dagegen noch dem Niveau des letzten Jahrhunderts.
3. Verbessert unser Lage: Gebt uns angemessene Zulagen, wenn wir bei hohen Temperaturen arbeiten, toxische Substanzen verwenden müssen, Außendienst haben oder die Gefahr laufen Berufskrankheiten zu bekommen. Wir sollten auch Anspruch auf einen regelmäßigen Gesundheits-Check haben, vor allem die Arbeiter die Lötarbeiten durchführen und giftige Dämpfe von Zinn, geschmolzenem Kunststoff und heißem Öl einatmen müssen.
4. Zahlt den Nachtarbeitern einen höheren Lohn und gebt ihnen Essenszulagen.
5. Versichert uns gegen Arbeitslosigkeit sowie während des Mutterschutzes und für Krankenhausaufenthalte, wie es im chinesischen Arbeitsrecht festgeschrieben ist.
6. Löst das Trinkwasserproblem – auf der Fabriketage ist das Wasser ungefiltert und es stinkt.
7. Kümmert Euch um das Problem der Mehrarbeit, indem die Überstunden auf eine angemessene Höhe begrenzt werden! Überstunden sind zusätzliche Arbeitstunden, aber nach einem Tag harter Arbeit sind wir müde und erschöpft und können nicht im gleichen Tempo weiterarbeiten. Manche Manager muten uns das doppelte Arbeitspensum zu und bezeichnen dies dann als „Überstundenmanagement“.
8. Gewährleistet das ungestörte Arbeiten unserer Betriebsgewerkschaft.
Alle Arbeiter der beiden Fabriken
20. August 2007
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Klicke hier, um zu erfahren, wie die lokalen Firmenchefs und die Mobilfunkunternehmen auf die Situation reagiert haben.
Lies die Broschüre: Hallo hier China: make IT fair!
Beantworte die Frage 10 in Deinem Arbeitsblatt.
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